Freunde der operklosterneuburg 2026
- #Oper
Mia Couto ist der bekannteste Schriftsteller von Mosambik und einer der bedeutendsten Autoren
portugiesischer Sprache. 30 Jahre nach seinem Literaturhaus-Auftritt kommt er wieder nach Salzburg,
um gemeinsam mit der Übersetzerin Barbara Mesquita seinen neuen Roman „Der blinde Fluss“
(Unionsverlag 2026; orig. „A Cegueira do Rio“) – ein bildgewaltiges Buch über die Narben der
Kolonialherrschaft – vorzustellen. Peter Arp liest auf Deutsch.
Lautlos gleitet das Boot mit deutschen Soldaten aufs Ufer des Rovuma zu und bringt eine neue
Zeitrechnung mit sich: Der Überfall auf den portugiesischen Militärposten markiert den Beginn des 1.
Weltkriegs in Ostafrika. Und noch immer liegt der Schatten des Maji-Maji-Aufstands auf der Region,
niedergeschlagen von den Kolonialtruppen. Der afrikanische Hilfssoldat Nataniel versucht gemeinsam
mit seinem Bruder, in den Untiefen zwischen den Kolonialmächten zu navigieren, wo Ungeheuer aller
Art lauern. Beinahe unbemerkt geht etwas Seltsames vor sich: Aus Berichten, Karten und Büchern
verschwinden Buchstaben – und die Macht der Europäer scheint sich zu verflüchtigen.