#02 – Badminton
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„Mein Großvater ist keine literarische Figur. Er ist Leerstelle, zugleich ist er das Gegenteil, er ist ein schrecklich blinder Fleck, es will mir nicht gelingen, ihn zu stellen. Er hat keine Geschichte, also kann ich keine aus ihm machen.“
Judith Hermann verknüpft ihr Schreiben mit der langen verleugneten Geschichte ihres Großvaters, der während des Zweiten Weltkriegs für die SS im polnischen Radom stationiert war. Von dort reist sie weiter zu ihrer Schwester nach Neapel und geht Erinnern und Vergessen der folgenden Generationen nach. Die Autorin spürt das Verdrängte, die Leerstellen unserer Gesellschaft auf. Sie erzählt ebenso
magisch wie einnehmend davon, wie fragil wir uns in unseren Leben einrichten – und zeigt auch, welche Schönheit sich darin verbergen kann. Mit ihrem Buch „Ich möchte zurückgehen in der Zeit“ findet Judith Hermann einen Ausdruck für „die Sprachlosigkeit in dieser Familie […], grandios gestaltet“ (Iris Radisch, ZEIT Online)