Freunde der operklosterneuburg 2026
- #Oper
Zwei Autorinnen bewegen sich durch ein Grenzgebiet, durch den Böhmerwald und das Siedlungsgebiet seiner Flüsse, der Mühl und der Moldau, „Müh“ und Vltava. Eine literarische Neuentdeckung und -vermessung des Böhmerwalds, moderiert vom Journalisten und Historiker Johannes Jetschgo.
Franziska Füchsl tastet sich in ihrem Buch „Am Rande der Müh“ über Ortsnamen und deren Geschichte, vor allem aber über die Mühlviertler Mundart durch die Zeit- und Raumzonen. Sie verwendet „Heimatliteratur“ ebenso wie Zeitungsreportage, erschließt Historie und Natur durch den Wechsel zwischen Hochsprache und Dialekt. Tereza Krejčís Essay „Der Pfarrer des Waldes“ folgt der Spur des tschechischen „Nationalschriftstellers“ und Grenzgängers Karel Klostermann (1848–1923). Als Böhmerwalddeutscher entschied er sich für das Schreiben in tschechischer Sprache, verwahrte sich aber gegen den aufflammenden Nationalismus. Er lenkte den Blick auf soziale Verwerfungen infolge von Naturkatastrophen und Raubbau in der Forstwirtschaft. Ein Moralist, der frühzeitig die Auswirkungen des Anthropozäns erkannte.